Protokoll

 

zum Treffen Bürgerbeirat – Vereine am 15.04.2008, Kaisersaal Immerath, zwecks Abgleich der heutigen und zukünftigen Infrastruktur

 

Teilnehmer:

 

Dorfgemeinschaft:                   Peter Esser

                                                Manfred Schiffer

                                                Dieter Schmeiche

SV Immerath:                          Hans Peter Hillekamps

                                                Thomas Stark

Karnevalsverein:                     Hans Peter Hillekamps

Schützenbruderschaft:            Wolfgang Steike

                                                Jörg Thiede (erst gegen Ende der Versammlung)

Feuerwehr:                             Toni Nelles

                                                Hildegard Vieten

                                                Peter-Josef Vieten

Kirchenvorstand:                     Marlies Bereit

Pfarrgemeinderat:                   Theo Küppers

 

Bürgerbeirat:                           Gisela Berger

                                                Hans-Walter Corsten (auch für Dorfgemeinschaft)

                                                Michael Jansen (auch für Karnevalsverein)

                                                Klaus Mertens

                                                Alfred Ottlik

                                                Burkhard Reichow

                                                Antje Schwietzke (auch für Kindergarten)

 

Zweck des Treffens:

Die Stadt Erkelenz hatte dem Bürgerbeirat am 05.03.2008 Zeitschiene und Pläne zur Wiedererrichtung der Infrastruktur in Immerath (neu) vorgestellt. Dabei geht es zum jetzigen Zeitpunkt um Größe und Funktionalitäten der Neubauten und öffentlichen Grünflächen. Diese dienen als Basis für den Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt Erkelenz im Juni 2008 sowie der anschließenden Architekten-Ausschreibungen. Der Bürgerbeirat hatte im Vorfeld den zukünftigen Nutzern der Einrichtungen die entsprechenden Unterlagen zukommen zu lassen, um diese auf Vollständigkeit zu überprüfen sowie Ergänzungen und Anregungen vorzunehmen.

 

Ergebnis:

 

Grundsätzlich wurde es positiv aufgenommen, dass offensichtlich alle wesentlichen öffentlichen Einrichtungen im heutigen Immerath am neuen Standort wieder errichtet werden sollen. Dennoch ergab die Prüfung der Daten folgende Anmerkungen, Ergänzungen und Anregungen:

 

 

Öffentliche Grünflächen

 

Keine Ausweisung der Spielplätze Am Kirchenkamp und Zum Küzchenshüll (Pesch) sowie des Bolzplatzes Am Kirchenkamp.

 

Bebaute Flächen

 

Es wird zur Kenntnis genommen, dass das Schulgelände an der Pescher Straße sowie das der Stadt gehörende Einfamilienhaus an der Unkelbachstraße in den neuen Planungen keine Berücksichtigung mehr finden.

 

Gebäude

 

1.   Kaisersaal

 

-     Wiedererrichtung eines Vereinszimmers unter anderem auch, weil durch die fehlende Gastronomie am neuen Standort den Vereinen kein Versammlungsraum mehr zur Verfügung stehen wird.

-     Bestätigung gewünscht, dass der heute vorhandene Kühlraum zukünftig unter Verkehrs- und Funktionsfläche fällt.

-     Thekenraum und Foyer sollen mindestens die gleiche Größe wie die heutigen Räumlichkeiten aufweisen. (Stichwort: "Das Geld wird an der Theke verdient !"/

      Veranstaltung zu Altweiber findet ausschließlich im Thekenbereich statt)

-     Der Kassenraum fehlt !

-     Eine Nebenbühne (= Musikbühne) ist wiederzuerrichten; ansonsten kein Platz für Musikkapellen

-     Grundsätzlich wird eine breitere und höhere Bühne gewünscht, die auch den Normen für Tanzturniere entspricht. Auf heutigem Stadtgebiet erfülle lediglich die Bühne der Erka-Halle diese Vorgaben.

      Die Breite der Bühne solle der heutigen Breite inkl. der Breite der jetzigen Musikbühne entsprechen. Die Höhe solle mindestens die Höhe des 2. Podestes der heutigen Musikbühne betragen. Um mehr Kopffreiheit zu erlangen, soll die Deckenhöhe der Bühne insgesamt deutlich höher angelegt werden.

-     Es muss ein Lagerraum für (Steh-)Tische und Stühle eingeplant werden.

-     Es muss Lagerraum für verschiedene Utensilien und Ausstattungsgegenstände des Karnevalsvereins und der Schützenbruderschaft vorhanden sein. Dieses Equipment wird heute in Räumlichkeiten der Schule gelagert.

-     Im Thekenbereich soll es abschließbare Lagermöglichkeiten für Gläser, Bestecke und Geschirr etc. geben.

-     Es wird davon ausgegangen, dass wieder eine Beschallungs- und Verstärkeranlage zur Verfügung gestellt wird !

 -    Es besteht das Angebot der Firma Reichert, Mönchengladbach; Herr Peter Moll, durch die Bitburger Brauerei bei der Gestaltung des neuen Kaisersaals mitzuwirken.

-     Der vereinzelt vorgebrachte Vorschlag aus der Bevölkerung, im Kaisersaal eine Kegelbahn zu errichten, wird aus Kostengründen, Betreiber- und Unterhaltsfragen nicht weiterverfolgt.

 

2.   Kindergarten

 

      Antje Schwietzke sieht als Vorsitzende des Fördervereins die wesentlichen Ansprüche an Raumbedarf und Funktionalitäten erfüllt. Wichtig sei die Ausweisung einer angemessenen Außenanlage mit ausreichenden Spielmöglichkeiten und Platz zur Unterbringung des heute vorhandenen Bauwagens.

 

      Ferner wird darauf hingewiesen, dass der Gewerbebetrieb "Hier kommt Kurth", der Räumlichkeiten auf diesem Gelände angemietet hat, gerne auch am neuen Standort das Mietverhältnis mit der Stadt Erkelenz fortsetzen möchte.

 

3.   Feuerwehr

 

      Grundsätzlich wird dem vorgestellten Konzept zugestimmt. Als Ersatz für den heute vorhandenen Schulungsraum wird der für den Kaisersaal ausgewiesene Medienraum als zu klein empfunden. Hier biete sich eher das geforderte Vereinszimmer an (siehe Kaisersaal).

 

4.   Turnhalle

 

      Grundsätzlich findet die Neuplanung Zuspruch.

 

5.   Sportumkleide

 

      Hier wurde vom Vorsitzenden des SV Immerath, Hans Peter Hillekamps, die Historie des heutigen Gebäudes erläutert.

 

      Danach handelt es sich per Definition um ein Sport- und Jugendheim, welches Ende der 50er Jahre vom Fußball-Verband Mittelrhein e.V. in Immerath errichtet wurde.

      Der Original-Bauplan von 1958 weist im Gegensatz zur vorgelegten Bestandsaufnahme folgende Raumgrößen und Funktionalitäten aus, soweit aus der beiliegenden Plankopie ersichtlich:

 

Funktionalität

Raumgröße

Vorplatz

 

Umkleideraum (unterkellert)

 

Brause

 

Diele mit Garderobe

 

Leseraum

 

Arbeitsraum

25,20 qm

Leseraum

29,40 qm

     

      Zu diesem Zweck erwarb der Fußballverband Mittelrhein e.V. seinerzeit ein 50 Ar großes Grundstück von der Gemeinde Immerath.

      Die Gemeinde besaß ein Rückkaufrecht für den Fall, dass der SV Immerath sich auflöse oder das Jugendheim nicht mehr seinem Bauzweck entsprechend verwendet werde.

 

      Mit beiliegendem Schreiben vom 27.02.1964 diente der Verband dem SV Immerath Grundstück und Gebäude als Schenkung an.

      Da der Verein diese Schenkung aus nicht bekannten Gründen ablehnte, übernahm die Gemeinde Immerath das Gebäude. Nutzung und Übergabebedingungen/-auflagen sind im beiliegenden Schenkungsvertrag vom 06.12.1967 niedergelegt.

      Es ist davon auszugehen, dass diese Rechte und Pflichten im Zuge der kommunalen Neuordnung auf die Stadt Erkelenz übertragen worden sind.

 

      Gemäß der oben genannten Fakten handelt es sich also nicht um eine Sportumkleide, sondern um ein Sport- und Jugendheim !!

      Der im Zuge der Umsiedlung zu erfolgende Verkauf an RWE Power, der damit verbundene Abriss des Gebäudes und eine Wiedererrichtung als bloße Sportumkleide widerspricht somit der vertraglich festgelegten Nutzung. Eine Rückgabe der übertragenen Rechte an den Fußballverband Mittelrhein wäre somit unabdingbar (siehe S. 3 der Schenkungsurkunde).

     

      Vor diesem Hintergrund ist eine Planung als Sport- und Jugendheim in den entsprechenden Funktionalitäten vorzunehmen und ein vergleichbar Neubau wiederzuerrichten.

      Der SV Immerath habe sich bereits in einem entsprechenden Schreiben an den Fußballverband Mittelrhein gewandt.

 

6.   Leichenhalle

 

      Im Vergleich zu heute werden Vorplatz und Feierhalle als deutlich kleiner empfunden. Als Größenreferenz mag hier die Aussegnungshalle in Otzenrath dienen, die auf 60 Sitzplätze ausgelegt ist.

      Zudem gibt es Unklarheiten bezüglich der Begrifflichkeiten. Ersetzen die in der Planung genannten Abstellräume die heutigen Zellen ? Wird es gekühlte Zellen geben ?

      Eine Räumlichkeit für den Priester fehlt gänzlich. Auch der Geräteraum mutet mit 8 qm etwas unterdimensioniert an.

 

      Kirchenvorstand/Pfarrgemeinderat wiesen ferner darauf hin, dass angedacht worden sei, einen kleinen Glockenturm auf dem Gelände zu errichten, der mit einer Glocke der heutigen Kirche ausgestattet werden solle.

 

Öffentliche Grünflächen

 

1.   Sportplatz

 

      Schon weit vor den Planungen teilte der SV Immerath der Stadt Erkelenz mit, dass der Verein am neuen Standort einen Rasenplatz wünsche. Seit Gründung des Vereins vor 97 Jahren spielen Immerather Mannschaften ausschließlich auf einem Rasenplatz.

      Das Argument der Nicht-Bespielbarkeit speziell in den Wintermonaten lasse man nicht gelten, da eine angemessene Gründung und Drainage dem entgegenwirken können. Der heutige Platz in Immerath zeige bereits, dass dies möglich sei.

 

      Der in den Planungen vorgesehene Bolzplatz werde als Ersatz für den heute vorhandenen Aschenplatz für Trainingszwecke verstanden. Eine Ausführung als Aschenplatz sehe man als gegeben an.

      Außerdem sei aus den Planungen nicht zu erkennen, ob die existierende Flutlichtanlage wieder errichtet werde.

 

      Vor diesem Hintergrund vermisse man die Ausweisung einer Ersatzfläche für den Bolzplatz Am Kirchenkamp, der als Rasenplatz ausgeführt werden solle.

 

      Ebenfalls fehlt in der Bestandsaufnahme das Vorhandensein der Aschenbahn hinter der heutigen Turnhalle (früher inkl. Weitsprunganlage). Diese sei auch für eine eventuelle Nutzung der neuen Turnhalle zu Schulsportzwecken zu berücksichtigen.

 

2.   Luna-Park

 

      Die Planungen für die Parkanlage sehen Spielecken vor.

      Vor dem Hintergrund, dass Immerath und Pesch heute insgesamt 3 Spielplätze aufweisen, sei zu überlegen, 3 Spielecken vorzusehen, die den verschiedenen Altersgruppen gerecht werden (Kleinkinder, (Grund-) Schulkinder, Jugendliche).

      Über die Ausstattung der Spielecken sei zu gegebenem Zeitpunkt zu sprechen.

      Von einer Übertragung des Pescher Spielplatzes an den Pescher Kamp sei laut Aussage der dortigen Anwohner inzwischen städtischerseits Abstand genommen worden

 

 

 

3.   Standorte Wegekreuze

 

      Seitens Kirchenvorstand/Pfarrgemeinderat kam die Frage auf, wem denn die Grundstücke gehören würden, auf dem die Wegekreuze gesetzt werden sollen.

      In Immerath befinden sich diese Parzellen im Besitz der Kirche.

      Im Vorfeld des Treffens wurde überdies angeregt, Patenschaften zur Pflege der Wegekreuze zu vergeben.

 

      Zum Zeitpunkt einer Umsetzung verwies man darauf, dass die Wegekreuze auf Kosten von RWE Power vorher noch restauriert werden sollen. Man wisse jedoch nicht, wie lange eine solche Restaurierung dauere. Daran geknüpft sei dann auch der Zeitpunkt.

 

      Dazu der Hinweis, dass die Wegekreuze in Otzenrath auf kommunalem Grund stehen. Die Restauration habe fast 5 Jahre gedauert. Man habe jedoch die Wegekreuze schon beizeiten entfernt, um mutwilligen Zerstörungen zuvorzukommen.

 

4.   Friedhof

 

      Im Vorfeld zu diesem Treffen wurde angeregt, für die Bestattungen eine Übergangsphase einzuräumen, während der man wahlweise eine Bestattung auf dem alten oder auf dem neuen Friedhof vornehmen lassen könne.

 

Sonstiges

 

Nutzerrechte an der neuen Infrastruktur

 

Aufgrund diverser Zeitungsberichte besteht allgemein die Sorge, dass beim großen Nachbarn Kückhoven entsprechende Begehrlichkeiten geweckt worden seien.

Dies gelte aktuell besonders für den Fußballplatz.

Stellvertretend mag der beiliegende Leserbrief von Hans Peter Hillekamps in der RP vom 05.04.2008 diese Besorgnis zum Ausdruck bringen.

Hans Peter Hillekamps führte darüber hinaus aus, dass gerade in Immerath die 1. Mannschaft keine zusammengekaufte Truppe sei und zu 80 % aus Einheimischen bestehe. Ferner stehe die Anmeldung einer B- und C-Jugendmannschaft kurz bevor. Zudem befinde sich eine Altherrenmannschaft im Aufbau, so dass der SV Immerath schon alleine für eine ausreichende Nutzung des Sportplatzes stehe.

 

Auch im Hinblick auf die Belegung von Turnhalle, Sportplatz und Kaisersaal sei die schwierige Übergangsphase zu berücksichtigen, während der ein Teil noch am alten Ort und ein Teil bereits am neuen Ort wohne. Dies dürfe keine negativen Auswirkungen auf die Immerather Vereine haben.

 

Alle Anwesenden waren sich daher einig, dass ein grundsätzlicher Ratsbeschluss zur Wiedererrichtung der Infrastruktur von Vorneherein die Regelung der Belegungsfrage mit vorsehen muss !

Den Immerathern Vereinen und Nutzern muss dabei ein absolutes Vorrecht bei der Belegung eingeräumt werden !!!

 

Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass RWE Power ein Pendeln zwischen Altort und neuem Ort zum Besuch der Veranstaltungen, aber auch zu Proben und Trainings für die Dauer der Übergangsphase gewährleistet.

 

 

 

 

 

Planungen kirchliche Einrichtungen

 

Marlies Bereit und Theo Küppers führten aus, dass man beim Bistum den Bau einer Kapelle mit 50 bis 60 Sitzplätzen eingereicht habe. Ebenso gelte dies für ein gleichgroßes Pfarrheim mit Neben- und Kellerräumen, um u.a. ein Archiv einrichten zu können.

Auch sei weiterhin ein Glockenturm geplant.

 

Ansonsten warte man auf die Gutachten. Das Bistum wickele aktuell die Umsiedlung Pier ab. Erst danach seien Immerath und Borschemich an der Reihe.

Das Bistum möchte ein Gesamtpaket mit RWE Power verhandeln, so dass beispielsweise der vorzeitige Bau des Pfarrheims nicht möglich sei.

 

Was das Kirchengebäude selber anbelange, so gestalte sich die Abwicklung auch deshalb schwierig, weil u.a. Urheberrechte an den Kirchenfenstern geltend gemacht worden seien.

 

Marlies Bereit wies noch einmal auf die anstehende Fusion mit der Pfarrgemeinde in Kückhoven zum 01.01.2009 hin und betonte die Wichtigkeit der nächsten Kirchenvorstandswahl. Nur über eine hohe Teilnahme könnten Immerather Vertreter in den neuen gemeinsamen Kirchenvorstand gewählt werden. Ansonsten könnten die Kückhovener alleine über die kirchlichen Einrichtungen am neuen Standort mit bestimmen.

 

In Richtung Stadt Erkelenz sagte Marlies Bereit, dass bisher noch kein Gespräch mit den Kirchenvertretern vor Ort gesucht worden sei.

 

Einrichtung für Jugendliche

 

Dem neu gegründete Verein "Jugendfreizeit Immerath" wurde in diesen Tagen Räumlichkeiten im "AWO-Gebäude" an der Lützerather Straße zur Verfügung gestellt.

 

Es sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass vergleichbare Räumlichkeiten auch am neuen Standort bereitgestellt werden sollen.

Abschließend sei erwähnt, dass das Treffen in einer sehr konstruktiven und einvernehmlichen Atmosphäre stattfand. Die Beiträge der einzelnen Vereine und Gremien waren professionell und sachlich vorbereitet.

Im weiteren Ablauf wird es erneut solche Treffen geben, um die Ausgestaltung der öffentlichen Bauten und Flächen gemeinsam zu erörtern.

 

Vielen Dank an alle !

 

 

Gisela Berger

Sprecherin Bürgerbeirat

25.04.2008

 

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